Jahreshauptversammlung 2020:
Intensives Jahr


(KFV OH/ Ratekau) Über 400 Delegierte und Gäste begrüßte Kreiswehrführer Thorsten Plath zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein in Ratekau. Der umfangreiche Jahresbericht, Jahresrechnung und Haushalt sowie zahlreiche Ehrungen und Beförderungen standen wiederum auf der Tagesordnung. Die zahlreichen Grußredner ließen es sich nicht nehmen, das große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrmitglieder zu würdigen.


Kreiswehrführer Thorsten Plath berichtete von fast identischen Einsatzzahlen. Dies sei umso bemerkenswerter, weil in 2019 auf Grund des feuchteren Wetters nicht so eine Vielzahl an Feldbränden zu bewältigen waren und sich auch die Unwettereinsätze in Grenzen hielten. Trotzdem kam eine Summe von 3.500 Einsätzen zusammen. Auch die Großbrände waren von der Zahl her geringer, es wurde aber trotzdem 27-mal in Ostholstein zu Großfeuern ausgerückt.

Der ausdrückliche Dank gilt angesichts der Einsatzzahlen auch den Arbeitgebern. Die Einsatzkräfte waren meist viele Stunden im Einsatz und standen größtenteils ihren Arbeitgebern nicht zur Verfügung. Von einigen Chefs wird das ohne großen formellen Aufwand und ohne Gegenrechnung von Verdienstausfallgeldern geduldet. Sie stellen ihre Arbeitnehmer, also die Feuerwehrkräfte, teilweise uneigennützig für Feuerwehreinsätze und auch zu Ausbildungslehrgängen frei. Im Jahr 2019 hat der Kreisfeuerwehrverband Ostholstein davon vier Arbeitgeber - also vier Firmen- als „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet.

Die personelle Entwicklung der Feuerwehren, die maßgebend die Einsatzfähigkeit beeinflusst, entwickelt sich in Ostholstein stetig und überaus positiv weiter. Plath: „Ich darf dazu sehr erfreut feststellen, dass wir im Jahr 2019 insgesamt nahezu 100 aktive Einsatzkräfte mehr in unseren Reihen haben, das sind etwa drei Feuerwehren mit jeweils über 30 Mann zusätzlich.“ Auch die Jugendfeuerwehren und Kinderabteilungen als wichtiger Nachwuchslieferant für den aktiven Dienst entwickeln sich positiv. Fast 50% der Neueintritte in die Feuerwehren sind Übertritte aus den Jugendfeuerwehren. Schön, dass die Kreisjugendfeuerwehr, alle Jugendfeuerwehrwarte und Ausbilder sowie die Betreuer der Kinderabteilungen es schaffen, immer wieder Kinder und Jugendliche zu motivieren und zu vernünftigen Feuerwehrkräften ausbilden. Im Namen der aktiven Wehren gilt Ihnen der ausdrückliche Dank.


Bürgermeister Thomas Keller sprach zugleich als Vorsitzender des Schleswig-Holstein Gemeindetages –Kreisverband Ostholstein- zu den Anwesenden. Für die Feuerwehren sei die Mitgliedergewinnung sehr wichtig. Er merkte an, dass eine gute und lebendige Kameradschaft, moderne Technik und die Aufgaben der Feuerwehr nach wie vor die Menschen in die Feuerwehr führt. Er dankte ganz besonders den Führungskräften und den Ausbilderinnen und Ausbildern, die besondere Verantwortung übernehmen. Sie arbeiten stets daran, die Gemeinschaft zusammenzuhalten und den Dienst attraktiv und mit Freude zu gestalten. Keller: „Sie setzen sich dafür ein, dass die Freiwilligen Feuerwehren auf Dauer Bestand haben. Vielen Dank dafür.“ Sein Dank ging aber auch an allen anderen, die sich in ihrer Freizeit in den Dienst der Feuerwehren stellen. Im vergangenen Jahr haben die Feuerwehren in Ostholstein wieder ein sehr positives Bild von ihrer Arbeit gezeichnet.


Landrat Sager betonte in seinem Grußwort, dass allein die Zahl der Einsätze die hohe Notwendigkeit der Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehren beweist. Es sei erfreulich, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrmitglieder im Kreis Ostholstein angestiegen ist. Dennoch müsse auf das Problem der Tagesverfügbarkeit und auf die Notwendigkeit der Mitgliederwerbung, der Mitgliedergewinnung hingewiesen werden. Sager: „Dabei setzte ich auf unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, denn die Aufgabe des Brandschutzes ist örtlich und da können wir die Feuerwehren und werden sie auch nicht alleine lassen.“ In dem feuerwehrfreundlicher Kreis Ostholstein werden die Feuerwehren das ganze Jahr über unterstützt. Das gilt nicht nur für Fahrzeuge, Geräte und Ausbildung. Der wichtigste Beschluss ist wurde am 03. Dezember mit 4,5 Millionen Euro für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lensahn auf den Weg gebracht. Sager: „Das ist auch für den Kreis Ostholstein ein Riesenschluck aus der Pulle. Aber diese Investition ist notwendig.“


Der stellv. Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein, KBM Gerd Riemann, berichtete über aktuelle Themen. Aktuell diskutiert wird die Zahlung von Entschädigungen an Einsatzkräfte für Einsätze. Eine entsprechende Presseverlautbarung durch LBM Homrich überraschte, war aber zielgerichtet, um Antworten zur Rechtmäßigkeit dieser Zahlungen zu erhalten. Hintergrund ist, dass in einigen Gemeinden des Landes bereits Pauschalbeträge gezahlt werden, diese aber seitens des Ministeriums in Zweifel gezogen werden. Eine Antwort des Innenministers Grote ließ nicht lange auf sich warten. In seinem Statement sollen die Städte und Gemeinden die rechtliche Möglichkeit erhalten, nach den örtlichen Bedürfnissen im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung örtliche Regelungen zu treffen. Und dort wo es erforderlich ist, kann es denn geschehen und dort wo man in der Fläche sicherlich an Traditionswerten der Freiwilligkeit und ohne finanzielle Regelungen festhält wird es auch sicherlich so geschehen.


Der Ltd. Polizeidirektor nutzte sein Grußwort, um seine Abscheu gegen die Gewalt gegen die Träger hoheitlicher Aufgaben auszudrücken. Beispielhaft nannte er das Verhalten von Kraftfahrzeugführern, die entweder keine Rettungsgasse bilden oder die Rettungsgasse zum Überholen oder sogar zum Wenden missachten. Oder Gaffer, die in ihrer Neugier oft andere Unfälle provozieren und die Arbeit an Unfallstellen oder Tatorten erschweren. Insbesondere nannte er aber die tatsächliche Gewalt, die sich im Einsatz gegen Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr richtet. Trabs: „Ich sage hier an dieser Stelle klar und deutlich: das ist nicht hinnehmbar und verachtenswert.“ Die Mehrzahl der hochanständigen Bürgerinnen und Bürger und der Politik wertschätzen die Arbeit und bringen denjenigen, die mit ihrem Tun Schaden zufügen, entsprechend deutliche Worte entgegen. Feuerwehr, Polizei, auch die anderen Hilfeorganisationen sind staatliche Organisationen und Einrichtungen, denen die Bürgerinnen und Bürger hohes Vertrauen entgegenbringen.

Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl eines Beisitzers in den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein. Die Wahl erfolgte für den Bereich der Gemeinden Ratekau, Scharbeutz und Timmendorfer Strand. Nach 24-jähriger Tätigkeit als Beisitzer stellte sich HBM Reinhold Mang nicht zur Wahl. Neuer Beisitzer ist jetzt HBM Dennis Puls (FF Techau). Gewählt wurde auch der Kreisjugendfeuerwehrwart als Beisitzer in den Vorstand. Jan Klein löst jetzt Alexander Wengelewski ab.


Des Weiteren wurden von den Delegierten die Jahresrechnung 2019 und der Haushalt für 2020 beschlossen. Neue kassenprüfer wurden Torben Reuß (FF Heiligenhafen) und Stefan Schmütz (FF Nüchel).

In den Schlussworten ging KBM Plath zunächst auf die nächsten 2 Jahre, die verbleibenden Jahre der Wahlzeit der Kreiswehrführung und stellv. Kreiswehrführung, ein. In den beiden Jahren werden viele große Projekte und Aufgaben fortgesetzt. So zum Beispiel die Erweiterung der FTZ, die Modernisierung der Ausbildung, die Verteilung von Katastrophenschutzfahrzeugen bei den Feuerwehren und die damit verbundene Neuordnung der kommunalen Bereitschaften. Plath: „Wir werden diese Aufgaben wie immer mit Elan und Willenskraft anschieben, begleiten und umsetzen.“ Die Überlegungen umfassen aber auch die Fortsetzung der Arbeit in einer weiteren Amtszeit. KBM Thorsten Plath ist dabei zu dem Schluss gekommen, nicht wieder zu kandidieren. Private Gründe, aber auch die Tatsache, dass er dann 18 Jahre in der Kreiswehrführung (mit der Tätigkeit bei der Kreisjugendfeuerwehr OH sind es 38 Jahre) tätig war, sind dieser Entscheidung geschuldet. Diese Gedanken sind im Einvernehmen mit stellv. Kreiswehrführer Michael Hasselmann nicht erst gestern oder vorgestern entstanden, sondern wohlweislich bereits länger untereinander diskutiert worden. Plath: „Ich möchte aber auch Michael nochmal die Chance geben, evtl. als Kreiswehrführer kandidieren zu können.“ Kam. Michael Hasselmann indes erklärte seine Bereitschaft, in zwei Jahren für das Amt des Kreiswehrführers zu kandidieren.

Stellv. Kreiswehrführer Michael Hasselmann hob in seinem Schlusswort hervor, dass unser Miteinander, unsere Kameradschaft, unsere Solidarität und unsere Zielorientierung nach wie vor etwas Besonderes ist. Hasselmann: „Wenn wir mit Zuversicht unseren Weg gehen und achtsam den Moment wahrnehmen, wird uns das Vertraute gut gelingen und das Neue nicht aus der Bahn werfen.“


Weitere Informationen und Ausführungen zur Jahreshauptversammlung finden Sie hier:

Jahresrückblick des Kreiswehrführers

Jahresbericht als Download

Beförderungen

Ehrungen

Ernennungen/ Berufungen



(Dirk Prüß)
Rund 400 Delegierte und Gäste begrüßte KBM Thorsten Plath zur Jahreshauptversammlung in Ratekau. In seinem Jahresbericht dokumentierte er die beeindruckenden Zahlen aus dem jahr 2019.
Bürgermeister Thomas Keller: "Eine gute und lebendige Kameradschaft, moderne Technik und die Aufgaben der Feuerwehr führen nach wie vor die Menschen in die Feuerwehr."
Landrat Reinhard Sager: "Ich setze auf unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, denn die Aufgabe des Brandschutzes ist örtlich und da können wir die Feuerwehren und werden sie auch nicht alleine lassen."
KBM Gerd Riemann: "Aktuell wird die Zahlung von Entschädigungen an Einsatzkräfte für Einsätze diskutiert."
Ltd. Polizeidirektor Norbert Trabs drückte seine Abscheu gegen die Gewalt gegen die Träger hoheitlicher Aufgaben aus. "
stellv. Kreiswehrführer Michael Hasselmann: „Wenn wir mit Zuversicht unseren Weg gehen und achtsam den Moment wahrnehmen, wird uns das Vertraute gut gelingen und das Neue nicht aus der Bahn werfen.“