Landesfeuerwehrversammlung 2017 - KFV OH dabei

Lensahn, den 12.05.2017

(LFV SH) Die 1.350 Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein sind verlässlicher Garant für ein flächendeckendes Hilfeleistungssystem, für dessen Erhaltung auf allen Verbands- und kommunalen Ebenen gearbeitet werden müsse. Das betonte der stellv. Landesverbandsvorsitzende Dr. Ralf Kirchhoff in seinem Bericht zur Landesfeuerwehrversammlung in Bad Oldesloe.


Im Bild: Delegierte und Ehrengäste aus dem Kreisfeuerwehrverband Ostholstein

Die Basis dafür sah der stellv. Vorsitzende als durchaus gegeben, auch wenn es vereinzelt Wehren gebe, die unter Personalmangel leiden und Probleme bei ihrer Tagesverfügbarkeit haben. Dennoch weist die landesweite Mitgliederstatistik per 31.12.2016 nunmehr im dritten Jahr in Folge einen leichten Anstieg aus. 48.649 Männer und Frauen versahen zum Jahresende 2016 ehrenamtlichen Dienst – das sind 367 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Bemerkenswert ist, dass von den 367 Neueintritten 317 weiblich sind. Auch die Erfolgskurve bei den 435 Jugendfeuerwehren stieg auf 9.761 Jugendliche.

Die knapp 300 Delegierten und Gäste konnten in der Bad Oldesloer Festhalle auch Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Stefan Studt begrüßen. Albig würdigte die gute Nachwuchsarbeit im Landesfeuerwehrverband: „Bei den Jugendfeuerwehren in Schleswig-Holstein ist die Zahl der Mitglieder auf Rekordniveau gestiegen. Über 500 junge Frauen und Männer sind im vergangenen Jahr aus den Jugendwehren in die aktive Wehr übergetreten. In 166 Jugendwehren machen Kinder aus geflüchteten Familien mit”, sagte er. Darüber hinaus bedankte er sich bei allen Feuerwehrkameradinnen und –kameraden in den 1.350 freiwilligen Feuerwehren sowie den Berufsfeuerwehren, Werkfeuerwehren und Jugendfeuerwehren im Land für ihr großes Engagement: „Mein Besuch heute ist für mich die Chance, Ihnen persönlich für Ihren Einsatz zu danken. Sie haben meine Wertschätzung und meinen höchsten Respekt. Jede und jeder Einzelne in den freiwilligen Feuerwehren hat unsere Hochachtung und unseren Dank verdient. So wie Sie sich aufeinander verlassen können, so können wir uns auf die Feuerwehren verlassen”, so der Ministerpräsident. Zudem stellte er einen Kabinettsbeschluss in Aussicht, nachdem bis 2020 rund 20 Millionen Euro für die Erneuerung von Fahrzeugen des Katastrophenschutzes bereit gestellt werden sollen. Außerdem kündigte der Ministerpräsident eine hauptamtliche Stelle für die Psychosoziale Nachsorge nach belastenden Einsätzen an.

9.761 Brände (-44) wurden im Berichtsjahr bekämpft – darunter 1.042 Großbrände (+242). 19.385mal musste sogenannte Technische Hilfe, z.B. bei Verkehrsunfällen oder Unwetterlagen geleistet werden. Das ist eine Steigerung um 43 Einsätze. Die Zahl der Fehlalarme sank von 6379 auf 6046. Unter „Sonstige Einsätze” weist die Statistik 4.733 Einsätze aus. Die vier Berufsfeuerwehren im Lande ergänzen die Statistik um 65.414 Rettungsdienst-Einsätze, so dass die Gesamtzahl aller Feuerwehreinsätze im Berichtsjahr 105.339 (+2.481) beträgt. „Die Einsatzzahlen spiegeln auch die Notwendigkeit eines flächendeckenden Hilfeleistungssystems mit funktionierenden Feuerwehren wieder”, so Kirchhoff, der daher an die Kommunen als Träger des Brandschutzes appellierte für auskömmliche Arbeits- und Ausstattungsbedingungen zu sorgen.

Für das laufende Jahr kündigte Kirchhoff weitere Maßnahmen zur Mitgliederwerbung und –bindung an, für die der Verband Zweckerträge aus der Lottoförderung verwenden kann. „Leider ist diese Information noch nicht bis in alle Wehren gedrungen”, bedauerte der stellv. Vorsitzende, „dabei schlummern vor Ort viele tolle Ideen, die es zu fördern und zu veröffentlichen gilt.” Auch bei der Integrationsarbeit mit Geflüchteten wolle man weiter an angeschobenen Projekten arbeiten. Hierzu gehören auch Veranstaltungen zur internen Aufklärung und zum Abbau eventuell vorhandener Vorbehalte. „Einhergehend mit Beteiligungsansätzen soll das Miteinander in der Gruppe gestärkt und somit die Leistungsfähigkeit der Mannschaft erhöht werden”, so Kirchhoff.

Als offene Baustelle bezeichnete Kirchhoff die Personalsituation an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee. Längst sei es nicht mehr selbstverständlich, dass gewählte Führungskräfte länger als eine Wahlperiode im Amt bleiben. Daher müssten die Ausbildungskapazitäten an der Schule erhöht werden. Hierzu habe das zustände Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten bereits Unterstützung signalisiert.

Am Ende der Veranstaltung sprach der seit einigen Monaten erkrankte Landesbrandmeister Detlef Radtke zu den Delegierten und Gästen. Er kündigte an, nicht erneut zu kandidieren und bat darum, schon jetzt Gespräche zur Kandidatenfindung zu führen, um schnellstmöglich einen Wechsel zu vollziehen. Somit kann die Führung des Dachverbandes der Schleswig-Hol-steinischen Feuerwehren auch in Zukunft gewährleistet werden.

(www-lfv-sh.de)